Ein Jahr KI-Modus in Österreich: Wo Google selbst antwortet, gingen weitere 40 % der Klicks verloren
Seit Oktober 2025 schreibt Google in Österreich auf Wunsch ganze Antworten selbst. Wir haben mit echten Search-Console-Daten von rund 300 Websites gemessen, wie sich das auf die Klicks ausgewirkt hat. Das Ergebnis ist deutlich, aber nicht für jede Website gleich.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Fragen, die eine KI komplett beantworten kann, sank die Klickrate innerhalb eines Jahres um rund 40 %.
- Bei Fragen, die die KI teilweise beantwortet, waren es rund 28 %, bei Fragen, für die man eine Website braucht, nur rund 11 %.
- Der Rückgang beginnt im Oktober 2025, genau mit dem Start des KI-Modus, und hält seitdem an.
- Für die meisten Websites ist der Effekt kleiner, als die Schlagzeilen vermuten lassen: Nur rund 5 von 100 Klicks kommen über solche Fragen.
Was der KI-Modus ist
Der KI-Modus ist ein eigener Bereich der Google-Suche, in dem eine KI die Antwort selbst schreibt. Man stellt eine Frage, Google liest dafür viele Websites und fasst das Ergebnis in eigenen Worten zusammen. Die Quellen stehen als kleine Verweise daneben. Seit dem 8. Oktober 2025 gibt es ihn auch in Österreich.
Schon seit März 2025 zeigt Google bei vielen Suchen eine kurze KI-Zusammenfassung über den normalen Ergebnissen, die sogenannten KI-Übersichten. Der KI-Modus geht einen Schritt weiter: Er ersetzt die Liste mit Links durch eine ausführliche Antwort, auf die man im Gespräch weiter nachfragen kann.
- KI-Übersichten starten in ÖsterreichÜber den Suchergebnissen erscheint bei vielen Fragen eine kurze KI-Zusammenfassung.
- Unsere VergleichsbasisKlickrate jeder Suchanfrage auf jeder Website, bevor der KI-Modus kam.
- Der KI-Modus startetGoogle bietet einen eigenen Modus an, der wie ein Chat ganze Antworten schreibt.
- HeuteEin Jahr später messen wir, wie viele Klicks sich verändert haben.
So haben sich die Klicks entwickelt
Bis September 2025 blieb die Klickrate stabil. Ab Oktober 2025, dem Monat, in dem der KI-Modus startete, fällt sie. Am stärksten bei Fragen, die eine KI selbst beantworten kann: Dort klickten im September 2026 rund 41 % weniger Menschen auf ein Ergebnis als im Sommer 2025, bei gleicher Position in den Suchergebnissen. Der Oktober 2026 ist noch nicht abgeschlossen und liegt vorläufig bei −43 %.
Werte als Tabelle
| Monat | KI beantwortet komplett | KI beantwortet teilweise | Website nötig |
|---|---|---|---|
| Juni 2025 | −1 % | +3 % | −1 % |
| Juli 2025 | +1 % | +2 % | ±0 % |
| August 2025 | −1 % | −1 % | ±0 % |
| September 2025 | −4 % | −6 % | −3 % |
| Oktober 2025 | −10 % | −12 % | −5 % |
| November 2025 | −9 % | −19 % | −8 % |
| Dezember 2025 | −9 % | −23 % | −7 % |
| Jänner 2026 | −10 % | −24 % | −8 % |
| Februar 2026 | −21 % | −22 % | −11 % |
| März 2026 | −25 % | −22 % | −14 % |
| April 2026 | −29 % | −24 % | −15 % |
| Mai 2026 | −33 % | −26 % | −13 % |
| Juni 2026 | −37 % | −29 % | −12 % |
| Juli 2026 | −39 % | −30 % | −12 % |
| August 2026 | −40 % | −28 % | −11 % |
| September 2026 | −41 % | −26 % | −10 % |
| Oktober 2026 (vorläufig) | −43 % | −25 % | −10 % |
Die Kurve zeigt keinen einmaligen Knick, sondern einen Rückgang, der über Monate weitergeht. Das passt dazu, dass sich viele Menschen erst nach und nach an den KI-Modus gewöhnen. Bei teilweise beantwortbaren Fragen schwankt der Wert seit dem Winter zwischen rund 22 und 30 %, bei Fragen, für die man eine Website braucht, zwischen rund 10 und 15 %.
Welche Fragen betroffen sind
Entscheidend ist nicht das Thema, sondern ob eine KI die Frage vollständig beantworten kann. Wir haben jede Suchanfrage einer von drei Gruppen zugeordnet. Die Beispiele sind echte, allgemeine Suchanfragen aus den Daten.
Die KI kann die Frage vollständig beantworten. Wer die Antwort gelesen hat, ist fertig.
- „was ist topfen“
- „medium rare temperatur“
- „holz richtig lagern“
Die KI gibt eine erste Antwort. Für Details, Preise oder Erfahrung braucht es noch eine Quelle.
- „auto leasing oder kaufen“
- „silvester in österreich“
- „halle bauen ohne baugenehmigung“
Wer kaufen, buchen, vergleichen oder jemanden in der Nähe finden will, muss auf eine Website.
- „restaurant in der nähe“
- „heizöl preis heute“
- „zahnarzt in der nähe“
Wer „was ist topfen“ sucht, bekommt die Antwort direkt von Google und ist fertig. Wer „restaurant in der nähe“ sucht, will einen Tisch reservieren und muss dafür auf eine Website. Dazwischen liegen Fragen wie „auto leasing oder kaufen“: Die KI liefert eine erste Einschätzung, für eine Entscheidung klicken viele trotzdem weiter.
Was das für eine typische Website heißt
Für die meisten Websites ist der Rückgang spürbar, aber kleiner als befürchtet. Der Grund: Gemessen haben wir nur Suchfragen ab drei Wörtern ohne Markennamen. Bei einer typischen Website machen sie nur einen kleinen Teil aller Klicks aus.
Klicks einer typischen Website kommen über längere Fragen ohne Markennamen. Nur dort haben wir gemessen. Der große Rest kommt über den Namen der Website oder über kurze Begriffe wie „Friseur Linz“.
Schaut man nur auf diese Fragen, sieht das Bild so aus:
Wichtig für die Einordnung: Für Suchen nach dem Namen einer Website und für kurze Begriffe wie „Friseur Linz“ haben wir nicht gemessen. Ob und wie stark der KI-Modus dort wirkt, können wir mit diesen Daten nicht seriös sagen.
Branchen im Vergleich
Den größten Anteil beantwortbarer Fragen haben Magazine und Gesundheitsthemen, den kleinsten Handwerk, Gastronomie und Dienstleister vor Ort. Das liegt an der Art der Fragen: Wer etwas über ein Krankheitsbild wissen will, bekommt eine Antwort von der KI. Wer einen Installateur sucht, braucht eine Telefonnummer.
Das Interesse am KI-Modus
Immer mehr Menschen in Österreich suchen gezielt nach dem KI-Modus. Im September 2025 gab es rund 700 solche Suchen, im August 2026 rund 61 400. Allein der Begriff „ki modus“ stieg von 70 auf 40 500 Suchen im Monat.
Werte als Tabelle
| Monat | „ki modus“ | alle Begriffe |
|---|---|---|
| September 2025 | 70 | 700 |
| Oktober 2025 | 4 400 | 10 080 |
| November 2025 | 9 900 | 14 580 |
| Dezember 2025 | 12 100 | 16 990 |
| Jänner 2026 | 18 100 | 24 890 |
| Februar 2026 | 18 100 | 26 720 |
| März 2026 | 27 100 | 38 680 |
| April 2026 | 27 100 | 41 080 |
| Mai 2026 | 33 100 | 49 700 |
| Juni 2026 | 40 500 | 59 700 |
| Juli 2026 | 40 500 | 59 500 |
| August 2026 | 40 500 | 61 400 |
Das erklärt, warum die Klickrate nicht auf einen Schlag gefallen ist, sondern Monat für Monat: Je mehr Menschen den KI-Modus kennen und nutzen, desto mehr Fragen werden direkt bei Google beantwortet.
Warum andere Studien höhere Zahlen nennen
Internationale Studien kommen auf bis zu 58 % weniger Klicks, weil sie mit einer Zeit ganz ohne KI-Antworten vergleichen. Unsere Vergleichsbasis liegt im Sommer 2025, als die KI-Übersichten in Österreich schon liefen. Wir messen also, was in dem Jahr danach zusätzlich verloren ging.
Was Sie jetzt tun können
Prüfen Sie zuerst, welche Ihrer Suchanfragen betroffen sind, und passen Sie dann die Seiten an die Art der Frage an. Nicht jede Seite muss gerettet werden. Manche Seiten bringen heute weniger Besucher, aber mehr Nennungen in KI-Antworten, und das zählt ebenfalls.
- 1Zuerst messen
Öffnen Sie in der Google Search Console den Leistungsbericht und filtern Sie die Suchanfragen mit dem regulären Ausdruck
([^ ]+ ){2,}[^ ]+. So sehen Sie nur Fragen ab drei Wörtern. Vergleichen Sie die Klickrate von Juli bis September 2025 mit 2026. - 2Beantwortbare Fragen: Quelle werden
Eine kurze, klare Antwort ganz oben auf der Seite, in zwei bis drei Sätzen. So steigt die Chance, in der KI-Antwort als Quelle genannt zu werden. Rechnen Sie bei solchen Seiten aber nicht mehr mit vielen Klicks.
- 3Teilweise beantwortbar: mehr bieten als die KI
Die Kurzantwort vorweg, darunter das, was eine KI nicht hat: eigene Erfahrung, konkrete Preise, Beispiele, eigene Zahlen, Bilder.
- 4Website nötig: die eigenen Angebotsseiten stärken
Hier wird weiter geklickt. Seiten für Angebot, Preise, Standort und Kontakt lohnen sich weiterhin am meisten. Klassisches SEO wirkt hier wie bisher.
Wie stark ist Ihre Branche betroffen?
Der kostenlose KI-Klick-Rechner zeigt in zwei Klicks, wie viele Ihrer Besucher über betroffene Fragen kommen.
So haben wir gemessen
Wir vergleichen jede Suchanfrage nur mit sich selbst: gleiche Website, gleiche Position, Sommer 2025 gegen später. So zählt ein schlechteres Ranking nicht als KI-Effekt.
- Vergleichsbasis: Juli bis September 2025. Berücksichtigt sind Suchanfragen ab drei Wörtern ohne Markennamen, die damals oft genug angezeigt wurden und unter den ersten fünf Ergebnissen standen.
- Vergleich je Monat: Wie viele Klicks hätte die Anfrage mit der damaligen Klickrate auf derselben Position bekommen, und wie viele hat sie tatsächlich bekommen?
- Fragetyp: Ein KI-Modell hat für jede Anfrage eingeschätzt, ob eine KI sie vollständig, teilweise oder nicht beantworten kann. Stichproben haben wir von Hand geprüft.
- Fairness: Keine einzelne Website zählt mehr als 15 %. Magazine sind im Gesamtwert nicht enthalten, weil sie sehr viele Fragen haben und das Bild verzerren würden. Die Spannen haben wir per Bootstrap über Websites berechnet.
- Gegenprobe: Lässt man die jeweils größte Website weg, ändert sich das Ergebnis kaum (bei beantwortbaren Fragen im September 2026 ungeglättet −43 %, mit und ohne die größte Website).
Grenzen: Die Websites sind keine Zufallsauswahl aller Websites in Österreich. Gemessen ist die Klickrate, nicht der gesamte Traffic: Werden Seiten öfter angezeigt, können die Klicks trotzdem gleich bleiben. Kurze Suchbegriffe und Suchen nach Markennamen sind nicht enthalten. Alle Werte sind gerundete Summen über viele Websites, keine Website ist einzeln erkennbar.
Daten zum Download
Alle Zahlen dieser Studie gibt es als CSV-Dateien, zum Beispiel für eigene Präsentationen oder Artikel. Die Dateien lassen sich direkt in Excel oder Google Sheets öffnen.
ki-klick-verlauf.csvSommer 2025 gegen Sommer 2026Veränderung der Klickrate von Juli bis September 2025 zu Juli bis September 2026, je Fragetyp, mit 90-%-Bereich.ki-klick-sommervergleich.csvFragetypen je BrancheAnteil der drei Fragetypen an den Klicks aus Suchfragen ab drei Wörtern, je Branche, und Anteil dieser Klicks an allen Klicks einer typischen Website. Bei Finanzen ist der letzte Wert nicht ausgewiesen (siehe Spalte hinweis).ki-klick-branchen.csvSuchinteresse am KI-Modus in ÖsterreichMonatliche Google-Suchanfragen in Österreich (Sprache Deutsch) nach Begriffen rund um den KI-Modus, laut Google Keyword Planner, von Google gerundet.ki-modus-suchinteresse.csvKlickrate nach PositionDurchschnittliche Klickrate je Position in den Google-Ergebnissen, Juli bis September 2025, Suchfragen ab drei Wörtern ohne Markennamen.klickrate-nach-position.csvLizenz: CC BY 4.0. Sie dürfen die Daten frei verwenden, auch kommerziell. Bitte nennen Sie als Quelle „Atziry“ mit Link auf diese Seite. Die Dateien enthalten nur zusammengefasste Werte über viele Websites, keine Daten einzelner Websites und keine Suchanfragen.
Häufige Fragen
Was ist der Google KI-Modus?
Der KI-Modus ist ein eigener Bereich der Google-Suche, in dem eine KI ganze Antworten schreibt, ähnlich wie ein Chat. Er ist seit dem 8. Oktober 2025 in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar. Davon zu unterscheiden sind die KI-Übersichten, kurze KI-Zusammenfassungen über den normalen Suchergebnissen, die es in Österreich seit März 2025 gibt.
Wie stark sind die Klicks in Österreich gesunken?
Bei Fragen, die eine KI komplett beantworten kann, sank die Klickrate von Sommer 2025 auf Sommer 2026 um rund 40 %. Bei teilweise beantwortbaren Fragen waren es rund 28 %, bei Fragen, für die man eine Website braucht, rund 11 %. Gemessen haben wir mit Search-Console-Daten von rund 300 Websites, Schwerpunkt Österreich.
Verliert jede Website gleich viel?
Nein. Es hängt davon ab, welche Fragen zu einer Website führen. Bei einer typischen Website kommen nur rund 5 von 100 Klicks über längere Fragen. Magazine und Gesundheitsseiten bekommen mehr Klicks über Fragen, die eine KI beantworten kann, Handwerk, Gastronomie und Dienstleister vor Ort deutlich weniger.
Warum nennen andere Studien höhere Zahlen?
Weil sie einen anderen Zeitraum vergleichen. Ahrefs vergleicht zum Beispiel Dezember 2023, also die Zeit vor den KI-Übersichten, mit Dezember 2025 und kommt auf bis zu 58 % weniger Klicks auf Position 1. Unsere Vergleichsbasis beginnt im Sommer 2025, als die KI-Übersichten in Österreich schon liefen. Wir messen also nur den zusätzlichen Rückgang im Jahr danach.
Kann ich verhindern, dass Google meine Inhalte für KI-Antworten nutzt?
Nur eingeschränkt. Google nutzt für KI-Übersichten und KI-Modus dieselben Inhalte wie für die normale Suche. Mit Angaben wie nosnippet lässt sich das begrenzen, dann fehlt aber auch die normale Textvorschau in den Suchergebnissen. Für die meisten Websites ist das keine gute Idee.
Darf ich die Zahlen und Grafiken verwenden?
Ja. Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0. Sie dürfen sie frei verwenden, auch kommerziell, wenn Sie „Atziry“ als Quelle nennen und auf diese Seite verlinken. Die Rohdaten gibt es weiter oben als CSV-Dateien.
Wir aktualisieren diese Studie, sobald neue Monate vorliegen. Quellen: Atziry (eigene Auswertung), Google Keyword Planner, Google Blog zum Start des KI-Modus, Ahrefs.
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